Tapasbrett: Schinken, Wurst, Käse und Oliven richtig einordnen
Bei unserem vierten Mallorca-Besuch saß die noonoo.de-Redaktion wieder gemeinsam an kleinen Tischen in Palma. Der erste Eindruck auf dem großen Holzbrett ist üppig: hauchdünner luftgetrockneter Schinken, dunklere Schinkensorten, mehrere Salamis, gereifter Käse und grüne Oliven. Dazu kamen kleine Käsewürfel, Wein und eine Pizza. Solche gemischten Teller eignen sich gut zum Teilen, weil man unterschiedliche Reifegrade, Würzungen und Texturen direkt vergleichen kann.
Wichtig ist die kulinarische Einordnung: Jamón, Salchichón und Oliven gehören zur spanischen Tapaskultur, sind aber nicht automatisch ausschließlich mallorquinisch. Eindeutig mallorquinisch wird ein Brett zum Beispiel durch Sobrasada, Käse von der Insel oder nachvollziehbar lokale Oliven und Öle. Wer genau wissen möchte, was aus Mallorca stammt, sollte nach Produzenten und Herkunft fragen. Unsere Vor-Ort-Erfahrung: Gute Lokale beantworten diese Frage ohne Umwege.
Auf dem Nahfoto erkennt man, warum ein solches Brett Zeit braucht. Der Schinken ist sehr dünn geschnitten und glänzt leicht; die Salami zeigt eine gröbere Fettmarmorierung, während der Käse fester und milder wirkt. Kleine Brotstangen, sogenannte Picos, geben Knusper dazu. Statt alles nacheinander abzuarbeiten, kombinierten wir einzelne Bissen mit Käse oder Olive und ließen den Teller Teil eines langen Mittagessens sein.
Fritura und Tomate mit Fisch: zwei mediterrane Gegensätze
Die Fritura auf unserem Foto besteht sichtbar aus ganzen Garnelen und Calamariringen, die in einer hellen, knusprigen Hülle frittiert wurden. Zitronenspalten bringen Säure und nehmen dem Teller etwas Schwere. Frittierte Meeresfrüchte sind in vielen spanischen Küstenregionen verbreitet und passen selbstverständlich auch nach Mallorca – sie sind jedoch kein Gericht, das nur hier vorkommt. Entscheidend sind Frische, eine trockene Kruste und ein Öl, das den Eigengeschmack nicht überdeckt.
Ganz anders wirkt der Teller mit dünn geschnittenen Tomaten. Darauf liegen marinierte Fischfilets, Olivenöl, dunkle Gewürzstücke und kleine Kräuter. Ob es sich genau um Sardellen, Anchovis oder eine andere Fischart handelt, lässt sich aus einem Foto allein nicht zweifelsfrei bestimmen; deshalb benennen wir nur, was sicher sichtbar ist. Die Kombination aus reifer Tomate, salzigem Fisch und Olivenöl gehört aber eindeutig in die mediterrane Geschmackswelt.
Unsere Redaktion mochte den Wechsel zwischen beiden Tellern: erst warm, knusprig und kräftig, dann kühl, saftig und salzig. Wer mehrere Vorspeisen bestellt, sollte nicht nur nach Menge wählen, sondern nach Kontrasten. Ein frischer Tomatenteller oder Salat hält ein Essen mit Fritura, Schinken und Käse im Gleichgewicht.
Pulpo, Austern und Sushi: Palma isst heute international
Das letzte Foto dieser Reise erzählt besonders viel über Palmas Gegenwart. Im Vordergrund liegt Pulpo auf Kartoffeln, mit Paprika und Olivenöl – eine Zubereitung, die an den spanischen Klassiker Pulpo a la gallega erinnert. Daneben stehen geöffnete Austern mit einer großen Zitronenspalte. Beide Gerichte setzen auf ein gutes Ausgangsprodukt und eine überschaubare Begleitung.
Im selben Bild liegen außerdem Sushirollen mit Reis, Sesam, Wasabi und Ingwer. Sushi ist natürlich weder mallorquinisch noch spanisch. Gerade deshalb gehört das Foto in diesen Reiseblog: Palma ist keine kulinarische Kulisse, die nur Inselklassiker serviert, sondern eine internationale Stadt. Traditionelle Produkte, spanische Tapas, Fischrestaurants, Pizzerien und moderne asiatische Küche existieren Tür an Tür.
Nach vier eigenen Mallorca-Aufenthalten 2026 ist das unser ehrlichstes Genussfazit: Typisch für Palma ist nicht nur ein einzelnes Gericht, sondern die Auswahl. Wer bewusst bestellt, kann an einem Tag mallorquinische Sobrasada kennenlernen, spanischen Schinken teilen, mediterrane Meeresfrüchte essen und am Abend moderne Stadtküche probieren. Alle sechs Fotos dieses Beitrags stammen von unserem eigenen Essen vor Ort – genau diese direkte Erfahrung ist die Grundlage unserer Empfehlungen.
